Mentale Arbeit im Spitzensport: Einblicke, Methoden und die Frage nach Grenzen

Ben Göller
16. Mai 2026
mental Strategien | Mentale Stärke | Sportpsychologie

Dass ich mit Spitzensportler*innen zusammenarbeite und mich aktuell gemeinsam mit ihnen auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2026 befinde, ist kein Geheimnis mehr.

Was mir jedoch immer wieder begegnet – in Gesprächen mit Kolleginnen der Sportpsychologie oder Coaching, Interessierten oder Führungskräften– sind viele Fragen zu meiner Arbeit.

Insbesondere die eine:

ie trainierst und arbeitest du eigentlich genau mit deinen AthletInnen im (Spitzen-)Sport?

Welche konkreten Methoden kommen zum Einsatz?

Und wie sieht die Arbeit in der Praxis jenseits von Theorie und Fachwissen aus?

Zwischen Neugier und Verantwortung in der Sportpsychologie & dem Coaching

Für mich bewegt sich genau in dieser Frage ein sensibles Feld.

Mein Bedürfnis, die Integrität meiner Athlet*innen zu schützen.

Vertrauen ist die Grundlage meiner Arbeit – im Spitzensport, im Business und überall dort, wo Menschen sich zeigen, öffnen und entwickeln.

Und gleichzeitig mein Wunsch und Interesse, Einblicke in meine Arbeit zu geben.

Für junge Kolleg*innen.

Für diejenigen, die sich für mentale Stärke und Sportpsychologie interessieren.

Und für diejenigen, die selbst merken: Da gibt es noch mehr in mir, was ich nutzen und aus mir heraus holen könnte.

Professionalität liegt irgendwo genau dazwischen und es bedeutet für mich:

Nicht alles preiszugeben, und gleichzeitig Inspiration und Einblicke zu ermöglichen.

Mentale Arbeit im Spitzensport: Methoden gibt es viele – entscheidend ist das Wie

Alles, was ich in meiner Arbeit nutze, ist im Kern nichts grundsätzlich Neues.

Methoden gibt es.

Konzepte sind bekannt.

Was den Unterschied macht, ist das Wie.

  • Wie ich Methoden einsetze
  • Wie ich sie anpasse
  • Wie ich sie vermittle

Und vor allem: wie ich den Menschen wahrnehme und erlebe dem ich begegne und begleiten.

Die mentale Arbeit im Spitzensport ist kein starres Konzept.

Sie entsteht im Moment – im Kontakt, im Vertrauen und in der Beziehung.

Nach Rücksprache und mit ausdrücklicher Erlaubnis von Johannes möchte ich ein konkretes Beispiel teilen.

Ein Beispiel, das unsere Zusammenarbeit widerspiegelt und das uns beiden noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

Hypnotherapeutische Methoden im Spitzensport: Ein Praxisbeispiel

Seit über zwei Jahren arbeite ich nun schon mit hypnotherapeutischen Ansätzen im Coaching.

Meine Ausbildung habe ich unter anderem bei Bernhard Trenkle, Gunther Schmidt und vielen weiteren inspirierenden HypnotherapeutInnen am Milton Erickson Institut in Rottweil gemacht.

Innerhalb meiner Tätigkeit als Coach habe ich diverse Methoden kennengelernt.

Eine davon ist die sogenannte Stellvertretertechnik – unter anderem in Form einer Tiermetapher.

Ich setze diese Methode gerne angepasst auf Person, Situation und das jeweilige Thema ein.

Walk & Talk Coaching im Spitzensport: Eine Session an der Iller

Im Januar trafen Johannes und ich uns zu einer Walk & Talk Coaching-Session in Kempten, dieses Mal an der Iller.

Es lag Schnee, die Sonne schien, und wir wollten nachdem Coaching noch auf den Markt zum Kässpatzen essen gehen.

Wir haben über aktuelle Themen gesprochen, unter anderem über Skispringen – eine der zentralen Disziplinen im Nordischen Kombinieren.

In diesem Moment entstand die Idee, mit einer Tiermetapher zu arbeiten.

Die Tiermetapher im Coaching: Der Fuchs als inneres Bild

Die Tiermetapher ist eine Methode, bei der symbolisch ein Tier gewählt wird, das eine innere Herausforderung oder einen bestimmtes Problem/ Zustand verkörpert.

Für Johannes war sehr schnell klar, welches Tier für ihn stimmig ist:

der Fuchs.

Wir setzten uns auf einem Bank in der Nähe der Iller und gingen gemeinsam in einen ruhigen, entspannten Zustand.

Ohne Bewertung. Ohne Druck.

In diesem Zustand beschrieb Johannes den Fuchs – seine Eigenschaften, seine Haltung, seine Art zu sein.

Tiefer möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht gehen.

Sehr interessant daran ist die Sache, dass im nächsten Schritt ein anderes Tier hinzukommt.

Ein Tier, das die Herausforderung nicht kennt und einen neuen Blickwinkel bietet.

Alles geschieht in einem sicheren und wohlfühl-Zustand.

In einem Zustand, in dem neue Perspektiven entstehen dürfen.

Perspektivwechsel im Spitzensport: Mentale Stärke durch neue Blickwinkel

Genau hier liegt aus meiner Sicht ein zentraler Bestandteil mentaler Arbeit im Spitzensport:

  • Perspektiven zu verändern
  • neue Blickwinkel zuzulassen
  • innere Prozesse bewusst wahrzunehmen

Manchmal geht es nicht darum, schnellstmöglich die Lösung für die aktuelle Herausforderung zu finden.

Oft geht es darum, einen anderen Zugang zur Sache zu entwickeln.

Ein besonderer Moment: Wenn innere Bilder Realität werden

Nach jeder hypnotherapeutischen Arbeit folgt die bewusste Rückkehr ins Hier und Jetzt.

Ich lenkte Johannes Aufmerksamkeit gezielt auf seine Sinne und orientierte ihn langsam wieder zurück auf unsere Umgebung.

Die Bank auf der wir für die Hypno Übung saßen, den Schnee, die Sonne um uns, das plätschern der Iller, die Ruhe der Winterlandschaft.

Und fügte hinzu:

„Wenn du gleich die Augen öffnest, wirst du auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses einen Fuchs sehen.“

Johannes dachte im ersten Moment, das gehöre noch zur Übung- zu seiner Tiermetapher.

Aber als er die Augen öffnete, saß dort tatsächlich ein Fuchs.

Kein Bild.

Keine Metapher.

Ein echter Fuchs.

Ruhig.

Wachsam.

Beobachtend.

Ein Moment, den ich als Coach nicht vergessen werde. Und von dem ich weiß, dass auch Johannes ihn nicht vergessen hat und vergessen wird.

Warum mentale Arbeit im Spitzensport so nachhaltig wirkt

Diese Geschichte symbolisiert für mich ein tolles Beispiel für mentale Arbeit im Spitzensport.

  • Nicht planbar.
  • Nicht erzwingbar.
  • Tief wirksam.

Sie zeigt, wie innere Bilder, Emotionen und äußere Realität manchmal auf eine Weise zusammentreffen, wie wir es uns vorher nicht ausgemalt hätten.

Ich bin Johannes sehr dankbar für seine Offenheit und sein Vertrauen, diese Erfahrung teilen zu dürfen.

Genau diese Einstellung ermöglicht Zusammenarbeit auf diesem Niveau.

Mentales Coaching im Sport: Eine Einladung zur eigenen Entwicklung

Wenn dich diese Einblicke in die mentale Arbeit im Spitzensport neugierig gemacht haben –

sei es auf hypnotherapeutische Ansätze, mentale Prozesse, deine eigene Entwicklung – dann nimm diesen Artikel als eine Einladung.

Eine Einladung:

  • dich mit deinen eigenen Themen auseinanderzusetzen
  • neue Perspektiven zuzulassen
  • dich weiterzuentwickeln.

Komm gerne auf mich zu. Oder teile den Artikel mit der Person, für die du denkst das es wertvoll und bereichernd für sie sein kann, sich mit mir in Verbindung zu setzen.

Genau davon lebt meine Arbeit und es erfüllt mich Menschen auf ihrem Weg zu ihren Ressourcen und Potenzialen zu begleiten.

Lass uns unverbindlich sprechen und schauen wir, wie ich dich, dein Team oder deine Organisation unterstützen kann.

Oder nutze diese Geschichte einfach als Impuls für dich und deine Entwicklung.

Alles Liebe

dein Ben